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Im Fertighausbau ist Erdgas ein Übergangsenergieträger

Gepostet von am 11. März 2013 – 10:00Kein Kommentar |

Der Markt für nachhaltige Fertighäuser wächst. Bei der Energieversorgung von Fertighäusern dient Erdgas häufig noch als Brückenenergieträger, verliert aber zunehmend an Bedeutung.  „Bis zum Jahr 2020 werden Bauherren von neuen Fertighäusern voraussichtlich nahezu vollständig auf die Versorgung mit Erdgas verzichten“, sagt Thomas Sapper, Vorstandsvorsitzender der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG. 

Die Energiewende spielt der Fertighausbranche in die Hände. Während die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser laut einer Studie des Bonner Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH in den nächsten Jahren sinkt, soll der Anteil der Fertighäuser am Gesamtmarkt für Einfamilienhäuser von 14,9 Prozent im Jahr 2011 auf 15,5 Prozent im Jahr 2015 steigen. Damit setzt der Fertighaussektor seinen bereits seit Jahrzehnten anhaltenden Aufwärtstrend fort.

Dass sich Fertighäuser so gut behaupten, liegt vor allem an der steigenden Nachfrage nach besonders energieeffizienten und nachhaltig gebauten Eigenheimen. Die aktuelle Diskussion um Klimaschutz, globale Nachhaltigkeit und Energieeffizienz beflügelt den Absatz energiesparsamer Effizienzhäuser. Rund 90 Prozent der neu gebauten Fertighäuser entsprechen mittlerweile den Standards „Effizienzhaus 70“ oder „Effizienzhaus 55“. 

Zur hohen Energiesparsamkeit von Fertighäusern trägt bei, dass ein Großteil der Wärmedämmung bereits von innen in die Holztafelwände integriert ist. Auch die Minimierung von Wärmebrücken, die günstigen bauphysikalischen Eigenschaften von Holz und die maßgenaue Vorfertigung der Bauelemente ermöglichen hohe Energiesparpotenziale. In der Regel liegt der Energiebedarf dieser Häuser weit unter den gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV).

Zum Klimaschutz und zur globalen Nachhaltigkeit tragen Fertighäuser neben ihrer hohen Energieeffizienz auch durch den Baustoff Holz bei. Das genutzte Holz hat der Atmosphäre bei seinem Wachstum mehr CO2 entzogen, als durch den Bau des Hauses freigesetzt wird.

Im Vergleich zu nicht energetisch sanierten Gebäuden verringern energieeffiziente Fertighäuser bei der Verwendung fossiler Brennstoffe zum Heizen erheblich den Ausstoß von CO2.

Im Vergleich zu nicht energetisch sanierten Gebäuden verringern energieeffiziente Fertighäuser bei der Verwendung fossiler Brennstoffe zum Heizen erheblich den Ausstoß von CO2. Foto: allkauf haus

Im Vergleich zu nicht energetisch sanierten Gebäuden verringern energieeffiziente Fertighäuser bei der Verwendung fossiler Brennstoffe zum Heizen erheblich den Ausstoß von CO2. Ein zunehmender Anteil der Bauherren im Fertighaussektor strebt jedoch eine weitestgehende Unabhängigkeit von Öl und Erdgas an. Gefragt sind moderne Heizsysteme, die zum größten Teil oder vollständig erneuerbare Energiequellen nutzen – etwa Erdwärmepumpen, Luft-Wasser-Wärmepumpen oder Holzpelletheizungen. Auch Kombinationen dieser Heizungstypen mit solarthermischen Anlagen erfreuen sich hoher Beliebtheit.

Allen diesen Lösungen ist gemein, dass sie für Bauherren zunächst mit relativ hohen Investitionen verbunden sind. Obwohl ein großer Teil der modernen Fertighäuser die Anforderungen an die doppelte Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erfüllt, empfinden viele Bauherren die finanziellen Hürden momentan noch als zu hoch. Das verhindert mittelfristig eine flächendeckende Verbreitung von Systemen, die eine hohe Selbstversorgung mit umweltfreundlicher Energie ermöglichen. Erst in den nächsten Jahren ist mit steigender Nachfrage zu rechnen. Grund dafür ist die EU-weite Pflicht zum „Nahezu-Null-Energie-Haus“ ab 2020. 

Bis dahin gilt Erdgas auch im Fertighaussektor als Brückenenergieträger. Das verwundert nicht, denn nach wie vor zählen Erdgas-Brennwertgeräte in puncto Anschaffung zu den preisgünstigsten Heizsystemen. Aus diesem Grund finden sie auch in aktuell gebauten Fertighäusern noch weite Verbreitung. Bei den Vertriebslinien der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG setzen weit mehr als die Hälfte der Bauherren auf diese Heiztechnologie – jedoch meist in Kombination mit Solarthermie, um die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu erfüllen, die eine Gewinnung von 15 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien vorschreibt.

Nicht nur die Anschaffungskosten und die Verpflichtung durch die EnEV sind derzeit ein gutes Argument für die Kombination aus Erdgas und Sonnenwärme: Wird diese zur Warmwasserbereitung genutzt, fallen im Vergleich zu einer alten Standardheizung bis zu 45 Prozent weniger CO2 an. Dienen die Sonnenkollektoren auch zur Heizungsunterstützung, verringert sich der CO2-Ausstoß sogar um bis zu 55 Prozent. Im Vergleich zu anderen Heizsystemen amortisieren sich Erdgas-Brennwertkessel mit Solarthermie in der Regel bereits nach fünf bis acht Jahren, abhängig von der Dauer der örtlichen Sonneneinstrahlung.

Auf dem Weg zum klimaneutralen „Nahezu-Null-Energie-Haus“ ist die Erdgas-Brennwerttechnik mit Solarthermie im Fertighausbau dennoch nur eine Übergangslösung. Langfristig ist die Nutzung fossiler Brennstoffe weder mit der Forderung nach einer Energiewende noch mit dem Wunsch nach nachhaltigem Bauen und Wohnen vereinbar. Wenn die Preise für alternative Heizungssysteme sinken, der Gesetzgeber die Anforderungen der Energieeinsparverordnung verschärft und es gleichzeitig ausreichend finanzielle Anreize für Investitionen in moderne Technologien gibt, dürfte einer Vollversorgung neuer Eigenheime mit Wärme und Strom aus hauseigenen Anlagen, die erneuerbare Energiequellen nutzen, nichts mehr im Wege stehen. „Bis zum Jahr 2020 werden Bauherren von neuen Fertighäusern voraussichtlich nahezu vollständig auf die Versorgung mit Erdgas verzichten“, sagt Thomas Sapper, Vorstandsvorsitzender der DFH Deutsche Fertighaus Holding AG.

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